ownCloud – Die eigene Cloud auf dem eigenen Server
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Wer mehrere Geräte wie Notebook, Smartphone und Tablet sein Eigen nennt, kennt das Problem. Es kann ganz schön nervig sein, alle Geräte auf dem gleichen Stand zu halten. Zum Glück gibt es ja mittlerweile eine fast schon unüberschaubare Anzahl an Cloud-Diensten wie Apples iCloud, Google Sync, Dropbox und Microsoft Live/Skydrive. Nun haben alle Dienste allerdings einen großen Nachteil. Man weiß nicht, wo seine Daten liegen. In den meisten Fällen dürfte dies allerdings außerhalb Deutschlands bzw. Europa sein. Eure Daten liegen also unter Umständen auf Servern, welche sich in einem Land befinden, wo ein vollkommen anderes Verständnis von Datenschutz und Privatsphäre herrscht als hier in Deutschland – wobei das ja auch gerne mit Füßen getreten wird.
Mit ownCloud gibt es nun allerdings bereits seit längerer Zeit eine Möglichkeit sich seine eigene Cloud auf seinem vorhandenen Server einzurichten.
Ich selbst habe ownCloud bereits seit einigen Monaten zwar auf einem Server installiert, bisher allerdings konnte es meine jetzige Kombination aus Google Sync und Dropbox noch nicht ablösen. Mittlerweile ist allerdings eine erste Version der Android App erhältlich, eine App für Apples iOS befindet sich zur Zeit noch in Entwicklung. Zeit sich ownCloud einmal näher anzusehen und es euch vorzustellen.

ownCloud bietet einen großen Funktionsumfang. Angefangen von einer Dateiverwaltung, über einen Musikplayer, eine Kalender- und Kontakte-Verwaltung sowie einer Galerie lässt sich der Funktionsumfang durch weitere Anwendungen weiter aufbohren. Dazu zählen unter anderen eine ToDo-Verwaltung und ein Download-Manager.
Der Import eines Kalenders z.B. von Google ist spielend einfach. Den Kalender im .ics-Format exportieren, in ownCloud hochladen und anschließend über das Webinterface ausführen. Sofort habt ihr die Möglichkeit eure Termine in einen Kalender zu importieren.

Als Apple mit iCloud den Nachfolger von MobileMe präsentierte war ich ein wenig verwundert. Eine Galerie gibt es bis jetzt nicht. Und selbst damit kann ownCloud dienen. Hochgeladene Fotos sei es per App oder über das Webinterface werden automatisch erkannt und optisch aufgehübscht dargestellt. Die jetzige Lösung kommt zwar nicht an den Funktionsumfang von MobileMe ran. Allerdings kann OwnCloud, wie bereits erwähnt durch weitere Erweiterungen – in OwnCloud Anwendungen genannt – ausgebaut werden. Damit lässt sich unter anderem noch ein Photo Album hinzufügen, dies klappte in meinem Tests mit der aktuellen Version leider nicht. Die Erweiterung deaktivierte sich nach jedem Seitenwechsel wieder.
Viele Wege führen zur Synchronisation
Ein schickes Webinterface. Schön und gut, aber schließlich möchten wir ja unsere Geräte alle auf dem gleichen Stand halten. Dazu bietet euch ownCloud diverse Möglichkeiten an. Um auf eure Dateien zugreifen zu können bietet sich zum einen der ownCloud Client an, welcher zur Zeit nur für Windows und Linux verfügbar ist. An einer OS X Variante wird zur Zeit noch gearbeitet. Die Synchronisation über die App selbst läuft ohne größere Probleme. Während der Einrichtung wird allerdings ein eigener Unterordner für die App angelegt. Nur Dateien, welche sich in diesem Ordner befinden, werden auch über die Client-App synchronisiert. Als Alternative gibt es allerdings auch die Möglichkeit via WebDAV auf euren Speicher zugreifen zu können. Hilfe zur Einrichtung findet ihr auf den Seiten von ownCloud.

Wie schaut es aus mit der Kontakte- und Kalender-Synchronisation? Neben WebDAV unterstützt ownCloud auch das CalDAV/CardDAV-Protokoll. Mobile Systeme wie iOS und Android bieten dafür Unterstützung an, somit könnt ihr ohne größere Probleme eure Kontakte und Kalender auf euren mobilen Geräten synchronisieren.

Um z.B. Fotos von eurem Smartphone in eure Cloud zu schieben, eignet sich unter Android, die eigene ownCloud-App. Bis diese ebenfalls für iOS verfügbar ist könnt ihr mit einem WebDAV-Client auf euren Speicher zugreifen. Allzu viel dürft ihr von der Android-App allerdings auch noch nicht erwarten. So ist es z.B. bisher noch nicht möglich Ordner zu löschen. Bis die App in Google Play zu finden ist, findet ihr die entsprechende .apk-Datei im Blog von OwnCloud.
Einrichtung von ownCloud unter Debian
Im folgenden möchte ich euch noch meine Schritte zur Einrichtung unter Debian beschreiben, da sich diese leicht von den auf der offiziellen Website von ownCloud unterscheiden.
Ich habe zur Einrichtung eine virtuelle Maschine, mit einem “nackten” Debian Squeeze aufgesetzt. Als weitere Quellen habe ich das Repository von dotdeb.org hinzugefügt. Ggf. könnt ihr einzelne Schritte schon überspringen, die Anleitung ist bei weitem nicht vollständig und kann an allen Ecken und Enden erweitert werden.
Beginnen wir mit der Installation von Apache 2 und PHP5.
apt-get install apache2 php5 php5-json php5-gd php5-sqlite curl libcurl3 libcurl3-dev php5-curl bzip2
Natürlich könnte man das hier schon direkt anders machen, z.B. mit einer FastCGI-Lösung. Möchte ich aber nicht. Da auf der VM/dem Server nur die ownCloud laufen soll, reichen mir die notwendigsten Pakete vollkommen aus. Es schadet übrigens nicht, direkt im Anschluss das mod_rewrite Modul durch Eingabe von a2enmod rewrite zu aktivieren.
Im nächsten Schritt müsst ihr zwischen der stabilen und der Entwickler-Version von ownCloud wählen. Ich habe mich für die stabile Version entscheiden. Die Links zur Stable- und Development-Version findet hier. Diese zieht ihr euch mit wget auf euren Server, entpackt das Archiv mittels tar -xjf path/to/downloaded/owncloud-x.x.x.tar.bz2 und verschiebt den Ordner, sofern noch nicht geschehen an den gewünschten Zielort. Bei mir liegt dieser im übrigen unter /var/www/owncloud/.
Im nächsten Schritt prüft einmal, ob im ownCloud-Ordner der Unterordner data existiert, wenn nicht muss dieser erstellt werden. Anschließend müsst ihr den beiden Ordnern data und config einen Besitzerwechsel verpassen.
chown www-data:www-data /var/www/owncloud/config chown www-data:www-data /var/www/owncloud/data |
Ich habe mir des Weiteren – aus Gewohnheit – einen vHost angelegt. Folgenden Textblog mittels nano /etc/apache2/sites-available/owncloud in eine neue Datei kopieren, auf eure Bedürfnisse anpassen und abspeichern.
<VirtualHost *:80> ServerName cloud.servername.tld ServerAdmin hostmaster@servername.tld DocumentRoot /var/www/owncloud/ <Directory /var/www/owncloud/> Options -Indexes FollowSymLinks MultiViews AllowOverride All Order allow,deny allow from all </Directory> ErrorLog /var/log/apache2/error.log LogLevel warn CustomLog /var/log/apache2/access.log combined ServerSignature On </VirtualHost> |
Wie bereits erwähnt, es ist alles auf´s nötigste reduziert, selbstverständlich könnte (und sollte man) unzählige Dinge anpassen, aber da sollte jeder selbst entscheiden was ihm wichtig ist. Auf jeden Fall solltet ihr, wenn ihr OwnCloud produktiv einsetzen wollt, https bzw. SSL aktivieren.
Nachdem man den vHost gespeichert hat, darf man die Aktivierung durch a2ensite owncloud natürlich ebenfalls nicht vergessen. Zum Abschluss müsst ihr den Apache neustarten. Danach sollte eure ownCloud-Installation unter eurem im vHost angegeben ServerNamen erreichbar sein. Die restliche Konfiguration ist dabei spielend einfach. Name und Passwort festlegen, speichern und schon könnt ihr los legen.
Aktualisierung 29.12.12: Ich habe in einem Folgeartikel einmal beschrieben, wie ihr eure ownCloud mit einem kostenlosen SSL-Zertifikat nutzen könnt. Diesen findet ihr hier.

Das schaut ja ganz nett aus und könnte eigentlich auch auf einem normalen Webspace laufen.
Wenn eine App für IOS raus ist werde ich es mir auch mal anschauen.
Ich habe ownCloud auch seit einiger Zeit auf dem eigenen Server unter Ubuntu zu Testzwecken. Ich bin damit sehr zufrieden. Einen passenden Mac Client gibt es bei https://owncube.com/ in der Version 1.0.2. Ist zwar noch ein bißchen wackelig, funktioniert aber.
Eventuelles Sicherheitsproblem in OwnCloud 4. Kalender und Kontaktdaten ohne Passwort aufrufbar!
http://www.christiandinse.de/blog/2012/05/24/owncloud-4-sicherheit-kalender-und-kontaktdaten-ohne-passwort-aufrufbar/
Danke Michael. Das sieht wirklich übel aus…
Entwarnung. Ist doch keine Sicherheitslücke.
Habe folgendes Problem:
our data directory and your files are probably accessible from the internet. The .htaccess file that ownCloud provides is not working. We strongly suggest that you configure your webserver in a way that the data directory is no longer accessible or you move the data directory outside the webserver document root.
Bekomme immer diese Meldung! hab lange rumgetüftelt aber leider ohne erfolg, und so kann ich die Cloud nicht bruachen da meine Daten sonnst offen im Internet liegen.
Danke schonmals im voraus.
Hast du Zugriff auf die Konfig des Apaches? Prüf einmal, ob dort AllowOverride auf All gesetzt ist.
Du muss das data-Verzeichnis außerhalb des Docroot (in der Regel htdocs) konfigurieren. Dann sind die Dateien auch nicht mehr “öffentlich” lesbar.
Bitte um Hilfe – bin Anfänger: owncloud ist auf meiner NAS installiert. Möchte meine ebenfalls dort vorhandene Fotosammlung in die Wolke schieben – wie geht das? Win7-client.
Was für einen NAS verwendest du denn?
QNAP TS-119P, also mir ARM-Kern
Da muss ich leider passen. Vielleicht kann man dir ja einem QNAP Forum weiterhelfen…?!
Du kannst in der neusten Version von OwnCloud auch externe Datenspeicher einbinden. Zu externen Datenspeichern zählen auch lokale Verzeichnisse. Du kannst also nach der Aktivierung der Funktion “External Sources” in der Administration, lokale Ordner des NAS-Gerätes auswählen und dann bestimmten Benutzern oder Gruppen in der OwnCloud freigeben. Im schlimmsten Falle nutzt du den eingebauten SMB/CIFS Client um dein QNAP mittels IP-Adresse und deinen Zugangsdaten anzubinden (letztere Lösung ist zwar nicht elegant – funktioniert aber).